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Kultur

Digitaler Kulturgenuss während der Corona-Pandemie

 

Virtuelle Museumstouren

Ausgabe 5, 2020

Straßen, Spielplätze, öffentliche Plätze sind leer. Einzelhandelsgeschäfte, Friseure und Bibliotheken zu. Und auch für die Museen haben sich die Türen geschlossen. Allerdings nicht ganz: Zahlreiche Einrichtungen bieten mittlerweile virtuelle Rundgänge an und das Beste daran: Es gibt keine Schlangen am Eingang, niemand steht Ihnen bei der Betrachtung eines Exponats im Weg, der Eintritt ist frei und die Anfahrt entfällt.


Live im Talk. Dr. Torben Giese, Gründungsdirektor des Stadtmuseums Stuttgart, führt live durch die Sonderausstellung. Als Gast hat sich DJ Thomilla hinzugeschaltet.

Mannheimer Kunsthalle. Mit einem Video über ein Gemälde von George Grosz eröffnete Museumsdirektor Johan Holten eine ganze Reihe virtueller Beiträge der Mannheimer Kunsthalle. Dabei wird die Mannheimer Sammlung in Form von kurzen, persönlichen Videos vermittelt und die App der Kunsthalle Mannheim ist zudem ein multimedialer Begleiter durch die Kunsthalle mit Führungen und Informationen zu Ausstellungen, Werken und Veranstaltungen. Als kostenloser Download ist sie im Apple- und Google-Play-Store erhältlich. Darüber hinaus lädt die Collection Wall dazu ein, selbst aktiv zu werden: Bilder können durch Fingergesten bewegt und ausgewählt werden. In Verbindung mit der App lassen sich zudem weitere Informationen zu den ausgestellten Werken aufrufen.

www.kuma.art/de/kuma-digital

Badisches Landesmuseum. Mit dem digitalen Katalog ermöglicht das Badische Landesmuseum neue Zugänge zu seinen Sammlungen und damit zu Ihrem kulturellen Erbe. So haben die Verantwortlichen bereits vor der Corona-Krise begonnen, ihre Daten online zu stellen. Das Angebot wird stetig erweitert, sodass immer mehr Objekte online recherchiert werden können.
Außerdem versorgt die Belegschaft die Besucher bis es wieder weitergeht, mit digitalen Einblicken in die aktuellen Ausstellungen, Projekte und Sammlungen.

www.landesmuseum.de/digital

 


Digitale Vernissage. „kunsthalle revisited“ zeigt, wie Kunst auch außerhalb von Museen betrachtet werden kann.

 

Kunsthalle Baden-Baden. Ihre große Sonderausstellung „Körper. Blicke. Macht. Eine Kulturgeschichte des Badens“ konnte die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden gerade noch eröffnen, bevor alle Museen schließen mussten. Jetzt sind die Türen des Museums zwar geschlossen, doch die Kunsthalle hat ihre digitalen Angebote erweitert: „Jeden Montag stellen wir eine Episode unseres Audioguides inklusive Videomaterial aus dem dazugehörigen Ausstellungsraum vor. Mittwochs geben wir einen Einblick in die Ausstellungsteile, die sich außerhalb der Kunsthalle befinden, z. B. zeigen wir Werke, die sich im Stadtmuseum, im Bertholdbad, im Friedrichsbad oder im Park des Brenners Park-Hotel & Spa befinden“, erläutert die kuratorische Assistentin Carolin Potthast das Konzept. Zudem wird es Beiträge von Künstler*innen geben, die mit Werken an der Ausstellung beteiligt sind.
Am 8. April 2020 launchte das Museum zudem seine Seite www. KunsthalleRevisited.com. Dazu waren alle Interessierten zu einer digitalen Vernissage eingeladen. „Dabei wurden die künstlerischen Inhalte und technischen Herausforderungen zur Entstehung der Seite von den verantwortlichen Akteur*innen, Entwickler*innen und Künstler*innen vorgestellt“, so Potthast. Im Anschluss konnten die Teilnehmer*innen über ihre Smartphones, Tablets oder Laptops kunsthalle revisited testen und sich im Video-Chat darüber austauschen.

www.kunsthalle-baden-baden.de

 


Ausstellungen virtuell erleben. Freies Bewegen, Infos zu einzelnen Exponaten – und sich dazu von einem Audioguide durch die Ausstellungen führen lassen.

Stuttgarter Stadtmuseum. Auch das StadtPalais reagiert auf die aktuelle Situation mit einem vielseitigen Programm aus interaktiven Live-Führungen, digitalen Rundgängen, Mediaguides für zuhause, Online-Workshops für Kinder und Familien, Speedruns sowie spannenden Live-Gästen.
Der Museumsdirektor des StadtPalais, Dr. Torben Giese, sieht die aktuelle Situation als besondere Herausforderung, die es gemeinsam zu bewältigen gilt: „Wir versuchen diese Zeit als Chance zu begreifen, uns digital zu öffnen, das Online Programm auszubauen und uns als Museum für Stuttgart weiterzuentwickeln. Wir möchten Unbekanntes erproben, für zukünftige Projekte lernen und neue Ideen realisieren.“
Die Museums-App kann über den App-Store bzw. den Google Play Store heruntergeladen werden, und beinhaltet einen Mediaguide bei dem bekannte und unbekannte, kleine und große Stuttgarter*innen durch die ständige Ausstellung Stuttgarter Stadtgeschichten führen. Die Erzähler*innen stellen in einer Videotour ihre Lieblingsobjekte vor und berichten von ihrem ganz persönlichen Stuttgart.

www.stadtpalais-stuttgart.de/ festivals/digitales-stadtpalais/

Blick in den Louvre. Wer sich einmal in die Warteschlangen des Louvre eingereiht hat, um Leonardos Meisterwerk „Mona Lisa“ zu betrachten, der weiß, dass dem Genuss lange Wartezeiten vorausgehen. Das lässt sich nun ändern, denn das wohl bekannteste Museum der Welt bietet ebenfalls virtuelle Gänge durch seine Kunstsammlung an. Bei Redaktionsschluss waren drei Touren möglich: So gibt es einmal Ägyptische Antiquitäten zu begutachten, eine weitere Tour führt durch den mittelalterlichen Louvre, bei der Palastgraben und Zugbrü- cken angeschaut werden können und das dritte Angebot leitet den Besucher in die restaurierte Galerie d‘Apollon.

www.louvre.fr/en/visites-en-ligne

Metropolitan Museum of Art. Das Metropolitan Museum of Art in New York zählt zu den Vorreitern virtueller Museumsrundgänge. Seine preisgekrönte Serie von sechs kurzen Videos lädt Zuschauer auf der ganzen Welt ein, die Kunst und Architektur von „The Met“ virtuell zu besuchen. Mit der sphärischen 360°-Technologie erstellt, können die Betrachter einige der ikonischen Räume des Museums erkunden. Das größte Kunstmuseum der Vereinigten Staaten bietet damit einen Zugang und eine Perspektive, die der Öffentlichkeit normalerweise nicht zur Verfügung steht.

www.metmuseum.org

Pergamonmuseum. Das zum Weltkulturerbe der UNESCO zählende Berliner Bauensemble beherbergt die Antikensammlung, das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst. Per Mausklick geht es bei einer virtuellen Tour vorbei an antiker Monumentalarchitektur, die in Realität zwar imposanter wirken mag, dafür haben Sie den Blick vor dem Monitor im heimischen Wohnzimmer ganz für sich alleine und ohne weitere Besucher.

www.smb.museum/museen-undeinrichtungen/pergamonmuseum/ home.html

Deutsches Museum. Anlässlich einer umbaubedingten Schlie- ßung im Jahr 2015 erstellte das Deutsche Museum in München einen virtuellen Rundgang mit Audioguides zu den Ausstellungsbereichen Schiff-, Raum- und Luftfahrt. Virtuell besuchen lassen sich allerdings alle Bereiche – zur Navigation dienen eine Karte, eine Stockwerksanzeige sowie diverse interaktive Stationen.

www.deutsches-museum.de

Bauhaus. Für Fans der Architektur ist das Bauhaus in Dessau ein Mekka, das man auch digital erkunden kann. Die App „Bauhaus Dessau“ gewährt einen digitalen Blick in verborgene Bauhaus-Räume wie das Büro von Architekten-Ikone Walter Gropius und verfügt über eine interaktive Karte. Darin sind alle berühmten Bauhausbauten der Stadt zu finden – die Meisterhäuser, das Bauhausgebäude oder das Arbeitsamt von Walter Gropius.

www.bauhaus-dessau.de

Cornelia Schwarz